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Tag der offenen Tür bei den Theo-Lorch-Werkstätten

Über 1000 Besucher informieren sich über Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen

Normalerweise riecht es in der Malerwerkstatt nach Lacken und Farben. Am Tag der offenen Tür der Theo-Lorch-Werkstätten duftete es aber verlockend nach frischen Waffeln. Und das war nicht das einzige, was Beschäftigte und Mitarbeiter für diesen Tag vorbereitet hatten. Bei Kaiserwetter wurden die Angebote wie Schauarbeiten und Führungen von über 1000 Besuchern am Standort Ludwigsburg gerne angenommen. 
Dr. Dörte Bester, seit Mitte des Jahres neues Mitglied im Aufsichtsrat der Theo-Lorch-Werkstätten [s. Bericht "Wechsel im Aufsichtsrat…"], philosophierte in ihrer Begrüßung über den Slogan der Theo-Lorch-Werkstätten. "'‘Ganz normal anders,'" seien Menschen mit Behinderung. So wie jeder Mensch anders sei und doch auch ganz normal. Nach der besinnlichen Einführung sorgten die Pattonville Gospelsingers für Stimmung. Dietrich Vonhoff, Geschäftsführer der Theo-Lorch-Werkstätten, hatte sich in seiner Begrüßung als Sänger zu erkennen gegeben: "Das Stück 'Siyahamba' kenne ich gut, das singt mein Chor auch," erzählte er, als er das Programm der Pattonville Gospelsingers vorstellte. Als dann das Stück an der Reihe war, bekam er den bunten Schal der Chorleiterin und wurde einfach zum Mitsingen auf die Bühne geholt. Er machte seine Sache so gut, dass ihn der noch sehr junge Chor am liebsten gleich als neues Mitglied begrüßt hätte.
In der gleichen gelösten und guten Stimmung ging es den ganzen Tag weiter. Die Theo-Lorch-Werkstätten pflegen langjährige Beziehungen zu Kunden wie Mann + Hummel, Norgren, Bessey oder Mesto. Am Standort Ludwigsburg werden überwiegend Ölfilter für Mann + Hummel produziert oder Verpackungsarbeiten für Bosch-Rexroth übernommen. Seit einigen Jahren werden aber auch Dienstleistungsangebote wie die Malerwerkstatt oder eine Hauswirtschaftsgruppe als Arbeitsfelder für die Beschäftigten angeboten. Alle diese Bereiche hatten für den Tag der offenen Tür besondere Dinge vorbereitet. Die Besucher konnten den Beschäftigten bei der Produktion über die Schulter schauen. Die Hauswirtschaftsgruppe kümmerte sich zusammen mit Hauswirtschaftsleiterin Gabriele Köttig und vielen ehrenamtlichen Helfern darum, dass die Tische ordentlich waren und immer sauberes Geschirr da war. 


Mitten in der Gesellschaft

Überhaupt haben die Theo-Lorch-Werkstätten in der Vorbereitung Unterstützung von allen Seiten erfahren. Sei es die bereits erwähnten Helfer in der Küche oder an der Kasse. Die Genehmigung unserer Nachbarn Aldi und Blumen Hoffmeister, an diesem Tag ihre Parkplätze nutzen zu dürfen. Oder die großzügige Blumenspende von Blumen Hoffmeister, mit der zwei Kolleginnen schöne Gestecke für die gesamte Werkstatt zaubern konnten. Der schon erwähnte Auftritt der Pattonville Gospelsingers. Später kam dann auch noch die FavoGang. Die Band, die aus Lehrern und ehemaligen Schülern der Schule am Favoritepark besteht, unterhielt die Besucher gleich zweimal mit schwungvollen Melodien im Innenhof. All diese Hilfe und Unterstützung zeigt, dass die Theo-Lorch-Werkstätten nicht am Rand der Gesellschaft stehen, sondern mittendrin ein Teil in einer gut funktionierenden Nachbarschaft sind. Das wissen wir sehr zu schätzen und können dafür nicht genug Danke sagen. 
Es ist nahezu unmöglich all die vielen Dinge zu erwähnen, die alle Beschäftigten und Mitarbeitenden vorbereitet hatten für diesen einen Tag. Neben Infoständen über berufliche Bildung, Freiwilligendienst oder Teilhabe Arbeit gab es auch für Kinder jede Menge zu entdecken. Bei den Malern konnten sie mit Hilfe eines Plattenspielers Bilder gestalten, im Berufsbildungsbereich am Luftballonwettbewerb teilnehmen und wer sich schon informiert hatte, konnte beim Werkstattquiz sein neues Wissen gleich auf die Probe stellen. Eine Besucherin brachte es am Ende des Tages auf den Punkt: "von außen sieht man gar nicht, wie groß die Theo-Lorch-Werkstätten sind und was Sie hier alles machen."