Aktuell

Wein, Weiß und Gesang

Endlich wieder Sommertheater am Standort Bietigheim

Drei Jahre sind vergangen, seit die Theatergruppe »Die Lorchis« zuletzt das Sommertheater veranstaltete. Was nicht heißt, dass »Die Lorchis« ihre schauspielerischen Leistungen in dieser Zeit versteckt hielten. 2015 traten sie beim Karlshöher Jahresfest auf und in diesem Jahr spielten sie bereits bei der Verabschiedung von Pfarrer Grau [s. Abschied Pfarrer Grau].
  
Zum diesjährigen Sommertheater durften alle Bietigheimer Beschäftigten und Betreuten kommen. Die Theatertüren wurden sogar noch ein Stückchen weiter geöffnet, da dieses Mal die Angehörigen und Betreuer der Schauspieler ebenfalls eingeladen waren. Zehn Personen saßen also zusätzlich gespannt in der ersten Reihe und warteten auf das neue Stück.
Mit einem imponierenden ersten tänzerischen Auftritt kamen alle elf Schauspieler auf die Bühne um in einem plötzlichen "Freeze"“ [alle stehen wie eingefroren da und bewegen sich nicht] innezuhalten, bevor die eigentliche Geschichte begann. 
Das diesjährige Stück "Wein, Weib und Gesang" – geschrieben von Theaterleiterin Roswitha Wolf – spielt in zwei Welten: Die eine Welt ist ein beschauliches Winzerdorf mit fleißigen Winzern, denen die Wirkung des köstlichen Rebensaftes sehr wohl bekannt ist. Dem Troll Fridolin (gespielt von Herbert Bürger) hingegen, der in der Feenwelt lebt, leider nicht. Am nächsten Morgen fühlt sich daher seine Tarnkappe an, als wäre sie zu Stahl geworden. Da der Troll immer wieder von den schönen Verlockungen der Menschenwelt abgelenkt wird, vergisst er seine eigentliche Aufgabe: er soll in den Brunnen des Dorfes spucken, um einem Mädchen aus dem Dorf zu helfen, das einen Buckel hat und sich ganz hässlich fühlt.  Diesen Auftrag gab ihm die Fee Fedora (Nadine Frauendienst), nachdem sie beim Chef des Feenreiches - dem Zauberer Alarich (Christine Doderer) – um Erlaubnis gebeten hatte. "Denn Trolle dürfen nicht in die Menschenwelt, sie bringen alles durcheinander" warnt der Zauberer. Trotz einiger Ermahnungen erliegt Fridolin schließlich ganz dem Wein, Weib und Gesang. Nach einigen aufregenden Abenteuern kündigt er seinen Job als Troll und geht in die Menschenwelt. 
Dem Mädchen wird am Ende aber doch noch geholfen, indem die Fee Fedora mit den Worten "Alles muss man selber machen" eben selbst in den Brunnen spuckt. Dadurch wird der Brunnen verzaubert und jeder, der hineinblickt, sieht sich von Tag zu Tag schöner. So geht es auch dem buckligen Mädchen. Und weil sie sich jeden Tag schöner sieht, wird sie selbstbewusster und ihr Gang wird aufrechter. Dadurch sehen alle nun ihr schönes Gesicht und der Buckel ist nicht mehr zu sehen. Damit könnte alles zu Ende sein. Aber zu guter Letzt sorgt Fridolins Bruder Oskar (Karin Pendelin) noch einmal für Ärger. Er fühlt sich von seinem Bruder in der Feenwelt im Stich gelassen, denn jetzt muss er allein mit den "blöden Feen" tanzen. Am Schluss bekommt aber doch jeder das, was er will und das "happy end" wird mit einem Tanz gefeiert. 
Das Publikum folgte gespannt der Aufführung und belohnte die Schauspieler mit kräftigem Applaus. Das Üben, den Text lernen und die Auf-und Abgänge eines Stückes einzustudieren braucht Geduld und Ausdauer. Die Schauspieler können alle sehr stolz darauf sein, das gemeistert zu haben. Beim Bühnenbau bekamen »Die Lorchis« dieses Jahr tatkräftige Unterstützung: Im Berufsbildungsbereich wurde ein kleiner Marktstand zusammengeschraubt und sogar mit Markisenstoff überzogen. Fleißige Helfer gab es ebenfalls beim Aufbau der Stuhlreihen, dem Getränkeausschank in der Pause und beim gemeinsamen Aufräumen. 
Zum Dank gab es für jeden Schauspieler eine rote Rose. Die Darsteller genossen noch einmal den wirklich verdienten Applaus und sind hochmotiviert, ein neues Stück einzustudieren.  Wir dürfen gespannt sein!