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Weihnachtsgedanken - Geschäftsführer Stefan Wegner

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alleWelt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.



„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,
dass alleWelt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und
geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische
Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und
Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten
Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären
sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn inWindeln und legte
ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“
(Lukas 2,Vers. 1-7)


Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt wohl nur wenige Empfänger unseres Infobriefs, die diese Sätze aus Lukas 2, Vers 1-7 nicht kennen. Etwas gelangweilt könnte man sagen,„abgelutscht“ und überhaupt „was hat
das mit den Theo-Lorch-Werkstätten und unsererWeihnachtsfeier zu tun?“ – Die Antwort ist: Sehr viel!
Abgesehen davon, dass wir eine diakonische Einrichtung sind und dieser Text eine zentrale Basis  unseres Handelns darstellt, ist diese Bibelstelle aktueller denn je und passt sehr gut zu der Situation, in der wir uns gerade befinden.

Worum geht es denn bei Lukas? Da sind ein Mann und seine Frau und die sollen sich mitten im Winter auf denWeg machen, ihr Zuhause verlassen, sich auf die Reise begeben. Und warum?Weil die Obrigkeit (heute: Die Politiker, der Gesetzgeber) entschieden hat, dass das Volk gezählt werden muss.
Wenn wir uns die Theo-Lorch-Werkstätten anschauen, sind diese ein wenig wie Josef: auch nicht mehr ganz jung. Positiv ausgedrückt: Mit viel Erfahrung ausgestattet. Wir haben im September unseren 50. Geburtstag gefeiert und ich finde trotz des Wetters war es ein tolles, unvergessliches Fest. Mich hat – neben dem sehr interessanten, kurzweiligen und stimmungsvollen Programm – sehr beeindruckt, wie alle zusammengehalten haben. Selbst im Regen war noch die super Stimmung zu spüren.

Aber zurück zur Weihnachtsgeschichte: Josef war Zimmermann, hatte also einen guten, respektablen Ruf.Wir haben uns in diesen 50 Jahren auch einen sehr guten Ruf erarbeitet, haben schon einiges erreicht. Auch sind wir gewachsen: Aus einer kleinenWerkstatt mit damals 30 Arbeits-Plätzen wurden 2019 vier Standorte an denen fast 1.100 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten. Sie haben es bestimmt schon gehört: Bald wird noch ein 5. Standort hinzukommen. 2019 konnten wir die Verhandlungen mit dem Landkreis Ludwigsburg erfolgreich abschließen und werden in Bönnigheim  voraussichtlich ab 2021 bauen. So wie Maria und Josef sich auf den Weg gemacht haben, wollen wir mit diesem neuen Standort uns auf denWeg machen und ein „Leuchtturm-Projekt“ schaffen.

Wären Maria und Josef aufgebrochen,wenn es nicht das Gebot von Kaiser
Augustus gegeben hätte?


Wohl eher nicht. Dabei kann so eine Zählung durchaus sinnvoll sein, dann weiß man für wie viele Menschen man planen muss. Dafür gibt es in unserem Bereich zu heutiger Zeit die Sozialplanung und das Controlling. Die Beamten von damals hatten sich wohl eher weniger Gedanken gemacht, wo
all die Menschen unterkommen sollen, also wie die technische Umsetzung der damaligen Zählung ablaufen soll. So ähnlich geht es uns auch im Moment. Ab Januar 2020 kommt die nächste Stufe des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und jeder von uns wird sicher unterschreiben, dass Teilhabe und Inklusion eine tolle Sache sind. Aber bei der tatsächlichen Umsetzung in die Praxis hapert es noch ein wenig. Die Gesetzgeber wissen selbst noch nicht so genau, wie es denn geschehen soll – und wir damit aktuell auch nicht vollständig. Da wir wissen, dass die Geschichte um Marias und Josefs Reise gut ausgeht, gibt uns das trotz aktueller Unklarheiten auch Hoffnung für das BTHG. Für uns heißt das, dass wir sicher viel Energie in die Umsetzung stecken müssen, aber ich bin auch überzeugt davon, dass wir das am Ende wieder gut schaffen werden.

Was bedeutet die damalige Situation für Maria?

Jung schwanger, muss sie ihr Kind in einem Stall zurWelt bringen. Es ist ihr erstes Kind. Sie ist vielleicht unsicher, hat sogar Angst, weil sich alles verändert und sie nicht weiß, ob sie es bis Bethlehem schafft und wie das alles mit dem Kind werden soll. Vielleicht geht es Ihnen manchmal ähnlich, spüren  manchmal Unsicherheiten? Es verändert sich vieles in unserem Dienstleistungs-Unternehmen:
Durch den Strategieprozess, die neuen Ziele, das Bundesteilhabegesetz, Umstrukturierung und neue Konzepte sowie durch den neuen Standort, den wir bauen werden. Das ist schon einiges,was da an Veränderung passiert und das schafft vielleicht Unsicherheit. Das verstehe ich gut. Wir können von Maria auch lernen. Sie nimmt die Veränderungen an und vertraut darauf, dass alles gut wird. Und ich denke, wir dürfen Vertrauen haben, dass es gut werden wird, wenn wir alle erkennen, dass wir diese Weiterentwicklungen brauchen, damit wir auch in Zukunft am Markt hervorragend bestehen können und vor allem, damit wir auch in Zukunft unsere Kernaufgabe, Arbeit, Assistenz und Bildung für Menschen mit Behinderung anzubieten, gut, ja noch etwas besser, leisten können.

 

Zwei meiner persönlichen Höhepunkte in 2019:
Mensch, Mensch - Ein Festival und der gemeinsame
Lauf beim Theo-Lorch-Werkstätten-Handicap-Lauf.

 

 

Von Jesus lernen

Jetzt habe ich viel von Aufbruch und von Veränderungen geschrieben. Dafür brauchen wir einen festen Grund, eine Basis und Orientierung. Und das können wir von Jesus lernen. Damit uns die gemeinsame Orientierung noch besser gelingt, haben wir uns beispielsweise mit den Führungskräfteworkshops schon auf denWeg gemacht, miteinander und voneinander gemeinsam zu lernen. Der Strategieprozess soll uns die Leitplanken und Orientierung geben! Es ist eine spannende Reise, die wir gemeinsam machen. Eine Reise, die vielleicht nicht immer glatt läuft, auch Jesus hatte manchmal seine Zweifel und hat gehadert und doch ist er immer weiter auf seinem Weg geblieben. Das wollen wir für die
Theo-Lorch-Werkstätten auch erreichen: Man darf zweifeln, man darf auch mal scheitern, aber wir dürfen immer wieder auf unsere Stärken blicken und eine der Stärken, die aus den 50 Jahren Theo-Lorch-Werkstätten heraussticht, ist unsere Fähigkeit, uns immer wieder neu auf den Weg zu machen, uns zu verändern.

Ich habe oben geschrieben, dass Bönnigheim ein Leuchtturmprojekt werden soll, damit wir in die Gesellschaft und in den Sozialraum hinein strahlen können. Dazu passt der Spruch, den wir dieses Jahr auf unserer Weihnachtskarte haben.

Er ist von Jesus von Nazareth:

„Ich bin in dieWelt gekommen als ein Licht, damit,wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“

Ich danke Ihnen allen sehr herzlich für Ihren Einsatz, Ihr Engagement und Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und für 2020 viel Kraft, Gesundheit und Energie, dass wir alle das Licht in uns finden und weitertragen können.

Es grüßt Sie herzlich

StefanWegner
Geschäftsführer der Theo-Lorch-Werkstätten gGmbH