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08.05.2026

Freiwilligendienst bei den Theo-Lorch-Werkstätten – Interview mit Faviola Kleinknecht

Freiwilliges Soziales Jahr bei den Theo-Lorch-Werkstätten

Wer bist Du und was machst Du bei den Theo-Lorch-Werkstätten?
Hallo, ich bin Faviola und ich mache mein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) seit Oktober 2024 hier im Fachbereich Fördergruppen in Großbottwar.

Warum hast Du Dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Theo-Lorch-Werkstätten entschieden?
Ich bin früher von der Schule gegangen, weil ich dort einfach nicht glücklich war. Und dann habe ich damals mit der Diakonie telefoniert, und die haben mir verschiedene Stellen vorgeschlagen. Die Stelle hier im Förderbereich hat sich dann ganz interessant angehört, um auch mal etwas Neues auszuprobieren. Ich durfte dann hier am Standort Bottwartal hospitieren, und es hat mir direkt sehr gut gefallen. Deshalb habe ich mich dann für
ein FSJ hier entschieden.

Was waren Deine Erwartungen vor dem Start – und haben sie sich bis jetzt erfüllt?
Ich hatte keine besonders großen Erwartungen. Vielmehr habe ich das Jahr als Chance gesehen, neue Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich weiterzuentwickeln. Rückblickend kann ich sagen, dass ich in dieser Zeit sehr viel dazugelernt habe – vor allem über mich selbst.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?
Morgens besprechen wir im Team, was über den Tag so ansteht, und bereiten alles für die Klienten vor. Nach dem Frühstück starten meist die gruppenübergreifenden Angebote wie Ausflüge, der Musikkreis oder auch Vorlesen – je nachdem, was an diesem Tag geplant ist. Nach dem Mittagessen und der anschließenden Pause gestalten wir den Nachmittag individuell in der Gruppe, bis die Klienten abgeholt werden.

Welche Aufgaben übernimmst Du?
Ich unterstütze die Fachkräfte im Alltag und bei den Angeboten. Außerdem übernehme ich die Morgeninfo. Da bespreche ich jeden Morgen mit einzelnen Klienten jeder Gruppe den Tag – also die geplanten Angebote, das Wetter, das Essen und wer anwesend, im Urlaub oder krank ist. Man hat auch immer die Möglichkeit eigene Ideen und Angebote umzusetzen. Zusätzlich übernehme ich auch pflegerische Aufgaben, z.B. Toilettengänge. Das muss man als FSJler aber nicht machen.

Gibt es eine Aufgabe, die Dir besonders viel Spaß macht?
Ich glaube allgemein einfach so der Umgang mit den Klienten. Da gibt es gar nicht so konkret eine Aufgabe – es macht einfach Spaß hier zu sein.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis während deines FSJ?
Es gibt viele schöne Erlebnisse – allgemein im Alltag mit den Klienten und Kolleginnen. Der Marathon, also der DJK-Lauf, war sehr cool oder auch der Mitarbeiterausflug.

Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten/Betreuten?
Vor dem FSJ hatte ich kaum Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Die Zusammenarbeit mit den Betreuten macht mir aber viel Spaß. Natürlich gibt es manchmal Situationen, die Geduld erfordern, aber insgesamt klappt alles sehr gut und man merkt die Wertschätzung.

Was hast Du im Umgang mit Menschen mit Behinderung gelernt?
Ich habe vor allem gelernt, besser mit nonverbalen Personen zu kommunizieren, was mir früher schwerer fiel. Es gibt auch UKSchulungen (Unterstütze Kommunikation) für FSJlerinnen und FSJler, die dabei helfen können.

Wie wurdest Du im Team aufgenommen?
Ich wurde im Team sehr herzlich aufgenommen. Am Anfang war ich gespannt, wie es ist, als neue Person in ein bestehendes Team zu kommen. Die Unsicherheit war aber schnell weg, weil ich mich von Anfang an sehr wohlgefühlt habe und mich mit allen gut verstehe.

Was hast du persönlich aus Deinem FSJ bisher mitgenommen?
Ich treffe Entscheidungen mehr nach meinen eigenen Vorstellungen. Früher habe ich sie oft danach getroffen, was andere über mich denken oder von mir erwarten. Während meines FSJ habe ich gelernt, auch mal „nein“ zu sagen, und bin allgemein etwas offener geworden. Ich habe auch nochmal gemerkt, worin meine Stärken liegen.

Würdest Du ein FSJ bei den TLW weiterempfehlen?
Ich würde ein FSJ bei den Theo-LorchWerkstätten ganz klar weiterempfehlen. Generell kann man aus einem FSJ sehr viel mitnehmen – auch für sich persönlich. Außerdem hat man hier Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung, die man sonst vielleicht nicht so oft hat. Besonders gut bei den Theo-Lorch-Werkstätten finde ich, dass man die Möglichkeit hat, in verschiedene Bereiche reinzuschauen und unterschiedliche Aufgaben auszuprobieren. So kann eigentlich jeder eine passende Stelle bei den TLW finden, die zu den eigenen Interessen passt.

Was würdest Du zukünftigen FSJlerinnen und FSJlern mit auf den Weg geben?
Lasst euch auf neue Dinge ein, auch wenn am Anfang manches ungewohnt ist – mit der Zeit wächst man da rein. Ein FSJ ist auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung, auch um neue Dinge auszuprobieren und herauszufinden, ob der soziale Bereich oder speziell die Arbeit mit Menschen mit Behinderung etwas für einen ist.

Was wünschst du dir noch für die restliche Zeit deines FSJ?
So lange ist es ja leider nicht mehr. Ich freue mich einfach noch auf ein paar schöne Wochen, die auch personell wieder etwas entspannter verlaufen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Freiwilligendienst bei den Theo-Lorch-Werkstätten.